Christine Wong

Nach einer abwechslungsreichen Kindheit und Jugend entschied ich mich, die medizinische Laufbahn einzuschlagen. Ich war voller Interesse für den Beruf eines Mediziners. Ich fühlte mich geradezu berufen, nichts anderes zu tun, als Menschen, die an Körper, Geist und/oder Seele erkrankt sind, zu helfen - oft komplementär zur Schulmedizin - und ihnen somit die Lebensqualität, die ein Leben mit allen Facetten, Höhen und Tiefen mit sich bringt, zu erhalten, zu vertiefen oder wiederherzustellen.

Die Schulmedizin kam aufgrund meiner Lebensgeschichte und meines Glaubens für mich nicht in Frage. Als gelernte Taoistin entstand in mir der Wunsch, den Glauben mit der Medizin zu verbinden. Ich erlernte zunächst also die hohe Kunst der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und schrieb aus den Erkenntnissen heraus mein erstes Lehrbuch, welches auf diesen Internetseiten zu lesen ist.

Als ich erstmals meinen Fuß auf malaysischen Boden setzte, fühlte ich mich glücklich wie nie zuvor, hatte doch endlich meine Seele eine geistige Heimat gefunden. Ich lernte dort viele Jahre, erkannte den Zusammenhang von Taoismus und Medizin, arbeitete und wurde ßi-Fu – Meister der taoistischen Medizin.

1986 ließ ich mich im Alter von 30 Jahren erstmals in Deutschland als Heilpraktikerin nieder. Ich musste erkennen, dass die TCM nicht grundsätzlich am europäischen Menschen anzuwenden ist. Das Leben, die Erkrankungen und die Existenz der Menschen, besonders in unserem Lande, unterscheiden sich deutlich von dem der Asiaten. Ich hatte zunächst herauszufinden, welche Teile der TCM hier sinnvoll anwendbar waren, ferner, welche Kenntnisse ich - besonders in der Diagnostik und Therapie - umsetzen konnte und wie ich heimisches mit einzubringen hatte, um erfolgreich therapieren zu können.

Zunächst interessierte ich mich für die Entwicklung der Schulmedizin in Europa an sich. Wie entstand aus der "Säftelehre" die "Zellularpathologie"? Wer war an der Entwicklung unserer heutigen Medizin maßgeblich beteiligt und warum geschah das alles überhaupt?

Ich hielt Vorträge über den Jahrhundertwechsel vom 19. zum 20. Jahrhundert im Zusammenhang mit der medizinischen Historie, analysierte Virchow, Graefe, Helmholtz, Mikulicz, Koch, Semmelweiss, Pasteur, Fleming... um nur einige zu nennen. Dabei stieß ich auch auf Aschner und Hahnemann, die zwar nicht wesentlich an der Entstehung unserer heutigen Schulmedizin mitwirkten, die aber mit ihren Heilmethoden besondere Erfolge erlebten und mit ihren Methoden vielen kranken Menschen Wohlbefinden zurückgaben.

Im späteren Verlauf unterrichtete ich Schulmediziner sowie Naturheilmediziner gleichermaßen in der Kunst der Anwendung alternativer Heilverfahren, insbesondere der TCM sowie der zu ihr gehörigen Akupunktur.

Hahnemann, selbst als Chirurg tätig, ist der Entdecker bzw. Entwickler der "Homöopathie", die heute, durch gut geschulte Therapeuten angewendet, eine höchst komfortable, segensreiche Therapie darstellt. Wir haben allerdings zwischen Komplexmittelhomöopathie und solcher, die mit Einzelmitteln und sog. Hochpotenzen arbeitet und nur von sehr erfahrenen Therapeuten angewendet werden soll, zu unterscheiden. Die wahrhaftige Lehrzeit für die klassische Homöopathie beträgt etwa 10 Jahre. Für mich selbst ist sie die "Königin der Medizin".

Doch nicht alle Menschen sind homöopathisch therapierbar. So wandte ich mich den Lehren der Ausleitungsverfahren zu, die von Aschner gelehrt wurden, als da seien:

  • Blutegeltherapie,
  • Cantharidenbehandlung,
  • das Anlegen künstlicher Entzündungen und Wunden zur Ausleitung von Toxinen aus dem Körper,
  • Eigenblutbehandlungen mit und ohne Zusätzen,
  • Erzeugung künstlichen Fiebers zur Stärkung des Immunsystems,
  • sogenanntes baunscheidtieren usw..

Auch das Heilen offener Wunden mittels Einsatz bestimmter Madenwürmer zählt hierzu.
Insbesondere bei durch Störfelder wie z.B. Narben, Abszessen, Zahnproblemen u.a. verursachten Leiden erweist sich die Neuraltherapie nach Huneke als besonders wertvoll. Ich habe durch die Anwendung dieser Methode gute Erfahrungen besonders bei chronischen Schmerzleiden gemacht.

Der reiche Fundus an wunderbaren Heilmitteln aus unserer Region, dazu die Erkenntnisse aus der TCM und unserer medizinischer Vorfahren gaben und geben mir ein mächtiges Instrument der Heilkunst in die Hände. Ich bin gesegnet mit dem Geschenk des Wissens, welches uns die medizinischen Vorfahren überliefern. Zu diesem Wissen gehört auch, dass der Mensch sich nur durch sich selbst heilen kann. Ich zeige lediglich den Weg auf und leiste Hilfestellung, wobei den Erkrankten meine erworbenen Kenntnisse und Erkenntnisse zu Gute kommen.
Mitunter bediene ich mich hierbei, insbesondere wenn starke Schmerzen vorliegen, auch der Therapie mittels Hypnose und hypnoseähnlicher Verfahren. Speziell zur Linderung der Beschwerden bei Krebserkrankungen lassen sich hiermit große Erfolge erzielen.
Doch nichts geht ohne Anamnese, nichts ohne Antlitzdiagnostik. Erst hieraus entsteht das weitere Geschehnis, die Entwicklung der für den jeweils erkrankten Menschen richtigen Therapie.

Obgleich ich kein Verfechter der Schulmedizin bin, ist sie doch heute ein großer Segen für die Menschheit. So können Menschen, die noch vor hundert Jahren an einer aus heutiger Sicht relativ harmlosen Krankheit verstorben sind, dank der Schulmedizin unbeschadet überleben. Aus der Diagnostik ist die Schulmedizin heute nicht mehr wegzudenken und viele hilfreiche, medizinische Therapien haben wir der Entwicklung auf diesem Gebiet zu verdanken. So ist oftmals ein Miteinander von Schulmedizin und Naturheilmedizin sehr sinnvoll, wird aber auch heute noch nicht vorurteilsfrei praktiziert.

Einen besonderen Stellenwert belegt die Kinderheilkunde, zu der ich mich an anderer Stelle noch speziell äußern werde.

Die naturheilmedizinischen Verfahren sowie die Akupunktur und insbesondere die Homöopathie sind nach wie vor nicht an "Wochenendkursen" erlernbar, was aber leider vielerorts geschieht und damit keinesfalls erfolgreich angewendet werden kann. So entsteht immer wieder ein verschwommenes Bild dieser edlen Therapien, dieser weisen medizinischen Künste. Nicht fachgerechte medizinische Arzneimittelgaben und die daraus folgenden Mißwirkungen tragen auch nicht dazu bei, dem erkrankten Menschen Vertrauen und Zuversicht in seine Genesung zu spenden und die Enttäuschung nach solch einer oftmals dilettantischen Therapie lässt alle Hoffnung auf Gesundung dahinschwinden.

Wir alle, die wir unser medizinisches Wissen - ob schulmedizinisch oder naturheilmedizinisch - zum Wohle des kranken Menschen einsetzen, sollten miteinander und ineinander übergreifend arbeiten. Das gereicht der Menschheit zum Segen.

Herzlichst
Christine Wong