Behandlungsmethoden

Hypnose

Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. „Wissenschaftlich“ jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Er experimentierte mit Magneten, die er Patienten auflegte. Er nannte den Effekt 'Magnetismus animalis', schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert
(to mesmerize = hypnotisieren).

Direkte Methoden basieren im Kern auf Aufmerksamkeitsabsorption bzw. Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine Sache. Hierzu können (nahezu) alle Sinne eingesetzt werden. Bekannt ist die Augenfixation, bei der das „Anstarren“ eines Objekts die Augenmuskeln ermüdet und die Neigung, in Trance zu gehen, verstärkt wird. Mit akustischer Unterstützung arbeitet die Augen-Zähl-Methode. Der Hypnotiseur zählt von hundert rückwärts und fordert den Probanden auf, bei geraden Zahlen die Augen zu schließen und bei ungeraden zu öffnen.

Weiterhin können sprachliche Formen (Anweisungen) und akustische Elemente eingesetzt werden. Letztere sind überwiegend gleichförmige und beruhigende Klänge oder auch Musikstücke. Die Hypnose versetzt eine Person in eine tiefe Entspannung und schafft einen veränderten Bewusstseinszustand. Während der Hypnose ist der Betroffene weniger von seinem Verstand kontrolliert und empfänglicher für seine Gefühle. Zudem steigt die Konzentration und das Erinnerungsvermögen: Hypnotisierte können sich an Dinge oder Situationen erinnern, die sie vergessen oder gar nicht bewusst wahrgenommen haben.

Eine besondere Rolle spielen die Blitzinduktionen, die eine leichte Trance oftmals innerhalb weniger Sekunden herbeiführen können, aber eine hohe Erwartungshaltung und ein Überraschungsmoment benötigen. Beide Komponenten erlauben es dem Hypnotisanden, sehr schnell in eine Trance zu gelangen. Die Blitzinduktion wird überwiegend im Showbereich und nur selten im therapeutischen Kontext genutzt.
Jede hypnotische Trance bedarf der Auflösung. Dazu wird mithilfe von Suggestionen der ursprüngliche Bewusstseinszustand wiederhergestellt. Sonstige gegebene Suggestionen müssen durch entsprechende Gegensuggestionen aufgehoben werden. Die Auflösung geht normalerweise schneller vonstatten als die Einleitung, sollte jedoch niemals überstürzt vorgenommen oder gar vernachlässigt werden.

Ob eine Person die Suggestion annehmen kann, hängt stark von der Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Hypnotisierten ab: Es muss eine gewisse Grundbereitschaft bestehen, sich auf die Wirkungen der Hypnose einzulassen, da der Therapeut keinem Patienten gegen seinen Willen etwas suggerieren kann.

Hypnose findet in der Hypnotherapie Anwendung. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Insbesondere wurden mit den Methoden der Kernspinresonanztomographie (MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) hirnphysiologische Korrelate von Trance-Zuständen klar nachgewiesen. Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der Therapie verwendet.
Man kann sie beispielsweise zur Behandlung von Depression, Suchtkrankheiten, Sprechstörungen und bei der Behandlung chronischer Schmerzen einsetzen. Eine Reduzierung der Schmerzstärke konnte wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Es gibt Hinweise, dass der Einsatz von Hypnose als alleiniges schmerztherapeutisches Verfahren besonders bei malignen (bösartigen) Erkrankungen positive Effekte hinsichtlich Schmerzarmut aufweist.